Corconne

In Reisen, Sehenswertes by Petit piaf0 Comments

Sie suchen einen Ort, um fern der üblichen Touristenströme eine außergewöhnliche Sicht über das Hinterland Montpelliers bis hin zum Meer zu genießen? Dann fahren Sie nach Corconne. Eines unserer Appetithäppchen.

© Stefanie Eisenreich.

Es ist Ende Februar, die Sonne strahlt, kein Wölkchen stört die Sicht und der sonst recht kalte Mistral hält sich in diesen Tagen von der Stadt fern. Es liegt bereits ein bisschen Frühling in der Luft, die ersten Knospen recken sich zart der Sonne entgegen und auch die Vogelwelt zwitschert sich die Wintermüdigkeit von der Seele. An einem solchen Wochenende lassen sich viele Städter einen Ausflug ins Hinterland nicht nehmen. Beliebte Orte wie St. Guilhem le Désert, den Lac du Salagou oder den Pic St. Loup sollte man an diesen Tagen allerdings meiden – insofern man sich die Freude eines Sonntagsausflugs nicht durch überlaufene Picknickplätze und Staus auf Wanderwegen vermiesen lassen möchte.

Wer es gern ein bisschen einsamer mag und die Ruhe sucht, dem sei hiermit ein kleiner Ort empfohlen, der sich nur gute 30km von Montpellier entfernt befindet und die Touristenströme am Pic St. Loup hinter sich lässt: Corconne. Umgeben von kleinen charmanten Gärten, liegt das gut 550 Einwohner kleine Dörfchen am Fuße der Cevennen zwischen Weinreben und Olivenhainen. Oliven sind hier Teil einer Jahrzehnte alten Tradition. Als Etappe auf der mediterranen Olivenroute (ähnlich der sich durch Frankreich ziehenden Weinstraße), widmen sich viele Bewohner Corconnes deshalb der eigenwilligen Frucht der Olive, genauer der Varietät Picholine, und damit ebenso der Herstellung von Olivenöl. Jedes Jahr, am zweiten Sonntag im Dezember, feiert man daher im Dorf das Olivenfest.

Das eigentliche Highlight aber sind die dahinter liegenden Felsformationen – das Massif du Coutach – ein Spielplatz für Wander- und Kletterfans. Doch auch für Sportmuffel gibt es eine geeignete, circa 10km lange, Wanderung, die vom Rathaus direkt hinauf zur Pont du Hasard – der Brücke des Zufalls – führt. Ein bisschen kletterfreudig sollte man hier allerdings schon sein, denn der Weg, an dessen beiden Seiten die Felsformationen des Massivs empor ragen, wird an einigen wenigen Stellen recht steil. Natürliche geologische Prozesse haben dort die Felsen zu einer beeindruckenden kleinen Brücke formiert – daher auch Brücke des Zufalls genannt. Direkt am Anschluss kann man einen kurzen Abstecher zur Kapelle machen – Kindern gefällt hier besonders die Glocke, die jeder Besucher nach Belieben läuten darf. Viel besser aber ist bei schönem Wetter die unglaubliche Sicht über die Region: Vom Mont Ventoux über den Strand L’Espigette hin zu den beiden bekanntesten Gipfeln hinter Montpellier – dem Pic St.Loup und dem Hortus – der kleine Gipfel, auf dem sich die Kapelle befindet, bietet einen wunderbaren Rundumblick und eignet sich hervorragend für ein Picknick.

Stock und jede Menge Stein kann sich der geübte Wanderer danach durch Busch und Wald schlagen und dem kleinen Rundweg folgen, der ihn nach circa 2 – 3 Stunden zurück nach Corconne bringt, wo zahlreiche Olivenhaine den Weg säumen. Folgen Sie den gelben Markierungen und Sie können sich im Grunde nicht verlaufen. Gelbe und rote Kreuze kennzeichnen eine falsche Richtung, achten Sie also vor allem auf die Zeichen am Wegesrand. Wer es übrigens ein bisschen sportlicher mag, der mache die Wanderung einfach in entgegengesetzter Richtung – vor allem zu Beginn geht es öfter bergauf und Kapelle und Picknickplatz warten nach verdientem sportlichen Einsatz am Ende der Wanderung. Auch hier gilt: Folgen Sie den gelben Markierungen. Nehmen Sie dafür nicht den Weg an der rechten Seite des Rathauses der geradewegs hinauf zur Kapelle führt, sondern biegen Sie direkt nach rechts ab, wo Sie kurz danach an oben bereits erwähnten Olivenhainen vorbeikommen. Für eventuelle Irrwege oder ungeplante Nächte im Wald von Coutach übernimmt die Redaktion des Petit Piaf allerdings keine Verantwortung.

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